Delegierter Vollzug VREG: Bewährte Partnerschaft für ein glaubwürdiges Elektronikrecycling

Seit 2007 übertragen Schweizer Kantone den Vollzug der VREG an SENS eRecycling und Swico Recycling – und profitieren dabei von über 30 Jahren aufgebauter Expertise im Elektrogeräterecycling. Heute beteiligen sich bereits zehn Kantone an diesem kooperativen Modell, das staatliche Aufsicht mit privatwirtschaftlicher Fachkompetenz verbindet.

01.06.2026

Langjährige Erfahrung als Grundlage

SENS eRecycling und Swico Recycling sind seit mehr als drei Jahrzehnten tätig: Sie auditieren Recycling- und Zerlegebetriebe, besuchen Sammelstellen und begleiten die Akteure der Recyclingbranche kontinuierlich. Das damit verbundene Spezialwissen bildet die Grundlage dafür, dass die Systeme den Vollzug der Verordnung über die Rückgabe, die Rücknahme und die Entsorgung elektrischer und elektronischer Geräte (VREG) nicht nur formell, sondern auch inhaltlich kompetent wahrnehmen können.

Was der delegierte Vollzug VREG bedeutet

Beim delegierten Vollzug übertragen die Kantone definierte Kontrollaufgaben an SENS eRecycling und Swico Recycling. Die operative Umsetzung – insbesondere die Auditierung von Recycling- und Zerlegebetrieben sowie Sammelstellen mit einer Bewilligung gemäss Art. 8 VeVA – liegt damit bei Organisationen mit nachgewiesener Fachkompetenz. Die rechtliche Aufsicht verbleibt hingegen bei den Kantonen. Das Modell lässt sich als kooperatives Governance-Modell beschreiben, das staatliche Regulierung, privatwirtschaftliche Systemverantwortung und technische Branchenkompetenz sinnvoll verbindet.

Vorteile für die Kantone

Für die Kantone bedeutet dieses Modell einen erheblichen Mehrwert. Sie können auf langjähriges und umfangreiches Wissen aus der Schweiz und der EU zurückgreifen, da SENS eRecycling und Swico Recycling in der ganzen Schweiz die Partnerbetriebe prüfen und im Austausch mit europäischen Systemen stehen. Die Kantone können so den sehr hohen Aufwand zum Wissensaufbau und -erhalt einsparen und einen effizienten und gebündelten sowie schweizweiten Vollzug ermöglichen. Die Kantone behalten dabei die Kontrolle über die gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Zehn Kantone – Und ein jährlicher Austausch

Bisher haben sich zehn kantonale Umweltämter dem delegierten Vollzug angeschlossen.

Chart Fallback Image

Einmal jährlich kommen alle Beteiligten zu einem gemeinsamen Treffen zusammen. SENS eRecycling und Swico Recycling berichten dabei transparent über die Entwicklungen des vergangenen Jahres und informieren über geplante Vorhaben. Der gegenseitige Austausch – auch unter den Kantonen selbst – wird von allen Seiten geschätzt und trägt zur kontinuierlichen Weiterentwicklung des Modells und des Recyclings von Elektrogeräten in der Schweiz bei.

Interessierte Kantone können sich jederzeit für ein persönliches Gespräch an SENS eRecycling oder Swico Recycling wenden.

Das könnte Sie auch interessieren

Ökobilanz 2025

Grosser Umweltnutzen durch das Recycling von Elektro- und Elektronikgeräten

Der Umweltzusatznutzen der Recyclingsysteme von SENS eRecycling und Swico Recycling beträgt für das Jahr 2025 rund 1400 Milliarden Umweltbelastungspunkte (UBP) beziehungsweise 236 600 Tonnen CO2-eq. Die eingesparten 1400 Milliarden UBP entsprechen ungefähr der Umweltbelastung des Jahresverbrauchs der Einwohner:innen von Biel . Die eingesparten 236 600 Tonnen CO2-eq entsprechen etwa den jährlichen Verkehrsemissionen der Stadt Lausanne.
08.06.2026
Recycling von Kabeln

Mehr als «nur» Kupfer

In den letzten Jahren hat die Technische Kommission (TK) SENS/Swico einen Fokus auf das Recycling von Kabeln aus Elektro- und Elektronikaltgeräten (EAG) gesetzt. Dadurch entstand eine differenziertere Perspektive als der bisherige Ansatz, wonach Kabel nur aus stofflich verwertetem Kupfer und energetisch verwerteten Kunststoffen bestehen. Neue Erkenntnisse zeigen, dass die Materialzusammensetzung sowie die tatsächlichen Verwertungswege facettenreicher beurteilt werden sollten.
01.06.2026
Recycling von Photovoltaikmodulen in der Schweiz

Entwicklung der Ströme und Einbindung eines neuen Partners mit einem Pyrolyseverfahren

Die Anzahl an Photovoltaikmodulen, die in der Schweiz gesammelt und verarbeitet werden, steigt schnell an. Die Sammlung und Verarbeitung wird seit 2013 über eine Partnerschaft zwischen SENS eRecycling und Swissolar operativ organisiert. Seit 2025 wurde das System um eine neue Partner-Recyclinganlage erweitert. In dieser wird ein innovatives Verfahren mit einem Pyrolyse-Schritt angewandt, der eine hochwertige Rückgewinnung der Materialien ermöglicht.
15.06.2026