Verarbeitete Elektroaltgeräte 2025 – Trends setzen sich fort
Die verarbeitete Menge an Elektro- und Elektronikaltgeräten ist im Vergleich zum Vorjahr um 6% grösser und übersteigt erstmals die 140 000-Tonnen-Marke. Bei fast allen Gerätekategorien konnte eine Zunahme verzeichnet werden. Der Trend der letzten Jahre setzt sich damit fort. Bei den erzeugten Fraktionen dominieren weiterhin die Basismetalle, gefolgt von Kunststoffen und Mischfraktionen, während die Trennung besonders wert- und schadstoffhaltiger Komponenten weiter optimiert werden konnte.
Stoffflusserhebung 2025
Für die Stoffflusserhebung 2025 kam zum zweiten Mal die neu entwickelte Software WEEE flow zum Einsatz. Anhand der Erfahrungen aus der ersten Erfassung im Jahr zuvor wurden verschiedene kleinere Anpassungen vorgenommen und die Auswertungsmöglichkeiten weiter optimiert. Auch im Bereich der Erfassungsprozesse fanden kleine Anpassungen statt, um die Datenqualität weiter zu erhöhen. Per Ende Februar wurden die Stoffflüsse von 23 Standorten erfasst und im Anschluss durch die Zuständigen der technischen Kommissionen von Swico Recycling und SENS eRecycling geprüft. Dabei werden die Flüsse zwischen den Betrieben abgeglichen und verschiedene Kennzahlen zur Plausibilisierung erhoben. Identifizierte Unstimmigkeiten werden mit den Recyclingpartnern abgesprochen und bei Bedarf korrigiert. So ist trotz der hohen Komplexität (es werden über 100 Fraktionen unterschieden) eine robuste Datengrundlage sichergestellt.
Verarbeitete Geräte
Im Jahr 2025 haben die Swico- und SENS-Recyclingbetriebe rund 144 000 Tonnen Elektro- und Elektronikaltgeräte (EAG) verarbeitet. Das ist ein Anstieg von 6% im Vergleich zur Vorjahresmenge. Innerhalb der einzelnen Gerätekategorien setzten sich die Trends der letzten Jahre fort. Bei Elektrogrossgeräten, Elektrokleingeräten sowie Kühl-, Gefrier- und Klimageräten kann seit Beginn der Mengenerhebung eine kontinuierliche Zunahme beobachtet werden. Der Mengeneinbruch bei den Elektronikgeräten (verursacht insbesondere durch den starken Rückgang der schweren Bildröhrengeräte, siehe Abschnitt «Trends») ist seit 2022 gestoppt. Die Tendenz ist seither wieder leicht steigend. Bei den Leuchtmitteln ist die verarbeitete Menge seit Jahren konstant, während die verarbeitete Menge an Photovoltaikmodulen seit 2020 rapide zunimmt.
Erzeugte Fraktionen
Die zurückgenommenen EAG werden von Swico- und SENS-Recyclingpartnern durch manuelle und mechanische Prozesse verarbeitet. Dabei entstehen einerseits «finale» Fraktionen, welche direkt der stofflichen Verwertung zugeführt werden können (z. B. reine Metallfraktionen). In anderen Fraktionen werden Wertstoffe aufkonzentriert, die Aufbereitung in finale Fraktionen findet jedoch bei spezialisierten Recyclingunternehmen ausserhalb des Recyclingsystems von SENS eRecycling und Swico statt (z. B. Kunststoff-Metall-Gemische oder Mischkunststoffe). Bei der Behandlung entstehen zudem Abfallfraktionen, welche sich nicht für eine stoffliche Aufbereitung eignen und daher thermisch verwertet werden. Schadstoffhaltige Fraktionen wie Kondensatoren oder quecksilberhaltige Rückstände werden jeweils speziellen Behandlungs- und Entsorgungsprozessen zugeführt.
In der jährlichen Stoffflusserhebung werden die Materialein- und -ausgänge sowie die Lagermengen von EAG und den daraus entstehenden Fraktionen von Swico- und SENS-Recyclingpartnern erfasst. Details zur weiteren Verarbeitung, den final zurückgewonnenen Materialien sowie den Recycling- und Verwertungsquoten werden pro Behandlungsstrom in Batchversuchen erhoben.
In Abbildung 2 sind die Fraktionen ersichtlich, welche von den Swico- und SENS-Recyclingpartnern 2025 aus der verarbeiteten Menge EAG erzeugt und zur finalen Verwertung, weiteren stofflichen Aufbereitung, thermischen Verwertung oder Beseitigung weitergegeben wurden. Die Metalle machen gut 60% aus und werden weitgehend direkt in entsprechenden Schmelzwerken rezykliert. Die Kunststoffe (15%) werden vermehrt dem Recycling zugeführt (Siehe dazu auch «Erkenntnisse aus SwicoMix Batchversuchen»). Kunststoffe, die aufgrund ihrer geringen Qualität oder ihres Schadstoffgehalts nicht verwertbar sind, werden gemeinsam mit einem Grossteil der Verpackungs- und anderen Abfälle1 (7.5%) sowie den Schredderleichtfraktionen (2.5%) thermisch verwertet. Glas (2%) wird nach Möglichkeit dem Recycling zugeführt, aus Kabeln (2.3%) wird insbesondere das Kupfer zurückgewonnen, während Leiterplatten (2%) in Multimetall-Schmelzen aufbereitet werden, um Kupfer, Edel- und weitere Metalle zu rezyklieren (Siehe dazu auch «Endverarbeitung edelmetallhaltiger Fraktionen»). Die mineralischen und weiteren Wertstoffe2 werden mit dem Ziel einer maximalen stofflichen Verwertung weiterverarbeitet, während die schadstoffhaltigen Fraktionen in speziellen Prozessen aufbereitet und beseitigt werden. Obwohl letztere einen geringen Massenanteil haben (<0.5%), trägt die Entfrachtung und fachgerechte Entsorgung/Beseitigung dieser Komponenten/Stoffe grossen Teil zur Umweltleistung des Recyclingsystems von SENS eRecycling und Swico bei.
Trends
Die Entwicklung der Massenanteile der erzeugten Fraktionen unterliegt verschiedenen Einflussfaktoren. Der Gerätemix variiert von Jahr zu Jahr (siehe Abschnitt «verarbeitete Geräte»), dazu kommen Entwicklungen in der Materialzusammensetzung (z. B. werden Metallgehäuse vermehrt durch Kunststoffgehäuse ersetzt), aber auch Entwicklungen in der Prozesstechnik bei der Verarbeitung. Entsprechend variiert auch die Fraktionszusammensetzung von Jahr zu Jahr.
Besonders ins Gewicht fällt dabei der Rückgang von Bildröhren. Der Anteil lag 2011 noch bei 10% und hat in den Folgejahren stark abgenommen. Seit 2020 liegt dieser bei unter 1%, Tendenz weiter sinkend (siehe Abbildung 2.1). Ab 2024 werden Bildröhren daher im Fachbericht unter «weitere Wertstoffe» klassiert.
Abbildung 2.2 zeigt zudem die Entwicklung der Massenanteile von Batterien, Kondensatoren, Leiterplatten und Kabel. Diese Komponenten werden weitgehend manuell entfernt. Verbleibende Restanteile werden nach der mechanischen Zerkleinerung zusätzlich aussortiert. Der Batterieanteil nimmt kontinuierlich zu, was sowohl für den Transport wie auch die Behandlung von EAG eine grosse Herausforderung darstellt. Der Massenanteil bei den Kondensatoren ist über die Jahre gleich geblieben, was auf eine konstante Entfrachtungsqualität hindeutet. Der Anstieg bei den Kabeln und Leiterplatten fällt zudem positiv auf, da durch die gezielte Separierung dieser Fraktionen Kupfer und Edelmetalle zurückgewonnen werden können. Dies hat nicht nur einen finanziellen, sondern insbesondere auch einen ökologisch relevanten Nutzen (siehe Artikel «Ökobilanz»).
Rücknahme und Zusammensetzung von Elektronikgeräten
Swico Recycling untersucht in regelmässigen Abständen die Rücknahmemengen und die Zusammensetzung von Elektronikgeräten. Die Gesamtmenge zurückgenommener Geräte in den Bereichen Büro/IT, Unterhaltungselektronik, Kommunikation, sowie Foto/Video wird von Swico erfasst. Statistische Erhebungen (über die sogenannte «Warenkorbanalyse») liefern zusätzliche Daten zu den ausgewiesenen Unterkategorien sowie der Entwicklung der Durchschnittsgewichte. In speziellen Verarbeitungsversuchen wird zudem die Materialzusammensetzung der einzelnen Kategorien im Detail erhoben.
Im Jahr 2025 hat Swico Recycling 40 200 Tonnen1 Elektronikgeräte zurückgenommen, das sind 2% mehr als im Vorjahr. Relevante Mengenrückgänge können insbesondere bei den Monitoren und Grosskopiergeräten beobachtet werden, welche durch noch grössere Mengenzunahmen bei den Kategorien Laptop, Drucker und Flachbildschirm-Fernsehgeräte kompensiert werden.
Die Anzahl zurückgenommener Geräte (hochgerechnet anhand der Durchschnittsgewichte und Mengen innerhalb der einzelnen Produktegruppen) hat im gleichen Zeitraum um 8% zugenommen und liegt 2025 bei 11,6 Millionen Geräten. Hier fallen insbesondere Zunahmen bei den Kategorien Laptop, IT gemischt, UE gemischt sowie den Telefonen (Mobil und Rest) ins Gewicht.
Die detaillierten Rücknahmemengen an Elektronikgeräten und ihre Zusammensetzung sind in Tabelle 2 aufgeführt.